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Wer die Tennisregeln für das Doppel verstehen möchte, findet hier eine geordnete Erklärung: von den Feldmaßen über die Aufschlagreihenfolge bis zur Taktik : alles, was ein Spieler für das Tennis-Doppel benötigt, klar dargestellt.
Das Tennis-Doppel für Anfänger verstehen
Das Doppel wird von zwei Teams mit jeweils zwei Spielern bestritten. Die grundlegende Zählweise entspricht dem Einzel – 15, 30, 40, Spiel –, doch Spielfeld, Aufschlagreihenfolge und Aufstellung folgen eigenen Regeln.

Feldbegrenzungen und Linien im Doppel
Der Tennisplatz für das Doppel misst nach ITF-Vorgabe 23,77 Meter in der Länge und 10,97 Meter in der Breite. Im Einzel ist das Spielfeld dagegen nur 8,23 Meter breit. Entsprechend den Tennisregeln für das Doppel erweitert sich das Feld um exakt 2,72 Meter, weil beide Doppelgassen hinzukommen. Die Gesamtspielfläche beträgt rund 260,9 Quadratmeter.
- Doppelgasse: Jede der beiden seitlichen Gassen ist 1,37 Meter breit und 11,9 Meter lang. Im Doppel zählt sie während eines Ballwechsels vollständig mit.
- Aufschlagfeld: Beim Aufschlag gelten die Doppelgassen nicht. Der Ball muss in das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt werden, das 6,40 Meter lang und 4,12 Meter breit ist.
- Linienbreiten: Die Grundlinie darf maximal 10 cm breit sein; Mittellinie und Mittelmarkierung müssen jeweils genau 5,0 cm messen.
- Netzpfosten: Im Doppelspiel darf der Durchmesser eines Netzpfostens 15,0 cm nicht überschreiten. Beim Doppel bleibt die Netzhöhe identisch zum Einzel: 0,914 m in der Mitte und 1,07 m an den Pfosten.
Eine vollständige Übersicht der Abmessungen bietet die Übersicht zu den offiziellen Tennisplatz-Maßen. Sie führt auch Netzmaße und Auslaufzonen nach ITF-Standard auf. Der Mindestauslauf hinter den Grundlinien beträgt 6,40 Meter, seitlich jeweils 3,66 Meter. Diese Werte sind bei der Planung von Neuanlagen zu berücksichtigen.
| Maß | Einzel | Doppel |
| Feldbreite | 8,23 m | 10,97 m |
| Feldlänge | 23,77 m | 23,77 m |
| Spielfläche | ca. 195,7 m² | ca. 260,9 m² |
| Doppelgasse (je Seite) | nicht aktiv | 1,37 m × 11,9 m |
| Netzhöhe Mitte | 0,914 m | 0,914 m |
| Netzhöhe an den Pfosten | 1,07 m | 1,07 m |
Wann die Doppelgasse zählt
Sobald der Ball im regulären Ballwechsel gespielt wird, zählt die gesamte Doppelfeldbreite einschließlich der seitlichen Gassen. Ein Ball, der in der Doppelgasse aufspringt, ist im Spiel und führt zu keinem Fehler.
Der Unterschied zeigt sich beim Aufschlag besonders deutlich. Der aufschlagende Spieler steht hinter der Grundlinie seiner Spielfeldhälfte, darf sich aber über die gesamte Breite des Doppelfelds positionieren : der Ball muss dennoch das kleinere Aufschlagfeld treffen. Die Gasse bleibt beim Service ungültig. Wer neu ins Doppel einsteigt, sollte diese Grenze von Anfang an beachten, um unnötige Doppelfehler zu vermeiden.
Aufschlag und Rückschlag im Doppel
Aufschlag und Rückschlag sind im Doppel stärker geregelt als im Einzel. Zu Beginn des Satzes wird festgelegt, welcher Spieler wann aufschlägt, wer von der linken Seite des Platzes returnt und wie die No-Ad-Zählweise angewendet wird.

Die Aufschlagreihenfolge im Satz
Eine korrekte Aufschlagreihenfolge im Tennis-Doppel ist die Grundvoraussetzung für ein regelkonformes Doppelspiel. Zu Satzbeginn bestimmt jedes Team, welcher Spieler das erste Aufschlagspiel übernimmt. Danach steht die Reihenfolge fest: Wer im ersten Spiel aufgeschlagen hat, ist erst im fünften Spiel wieder als Aufschläger an der Reihe; das dritte Spiel übernimmt sein Partner.
- Spiel 1: Spieler A des ersten Teams schlägt auf.
- Spiel 2: Spieler C des zweiten Teams schlägt auf.
- Satzbeginn: Zu Satzbeginn darf jedes Team die Reihenfolge neu festlegen. Diese Wahl gilt anschließend für den gesamten Satz.
- Seitenwechsel: Innerhalb eines Aufschlagspiels wechselt der Aufschläger nach jedem Punkt zwischen der rechten und der linken Seite. Der erste Aufschlag erfolgt stets von rechts.
Ein häufiger Irrtum betrifft den Partner der aufschlagenden Person: Er bleibt am Netz auf seiner Seite, wenn der Aufschläger die Seite wechselt. Berührt der Aufschlag das Netz und landet anschließend korrekt im Aufschlagfeld, wird er als Let wiederholt, ohne dass ein Fehler gezählt wird.
Returnseiten und No-Ad-Regeln
Die Regeln im Tennis-Doppel schreiben vor, dass jeder Rückschläger zu Satzbeginn eine feste Seite wählt und diese während des gesamten Satzes beibehält. Der Rückschläger auf der rechten Seite nimmt alle Aufschläge von rechts an, sein Partner die Aufschläge von links. Ein Wechseln der Seiten während des Satzes ist nicht erlaubt.
Bei der No-Ad-Zählweise gilt eine Ausnahme: Steht es nach dem entscheidenden Punkt 40:40, darf das retournierende Team frei wählen, welcher Spieler den Rückschlag übernimmt. Das Doppelpaar kann dadurch den stärkeren Returnspieler einsetzen, unabhängig von der zuvor festgelegten Seite. Für das Spiel ergibt sich daraus ein Vorteil, den erfahrene Teams gezielt nutzen.
Tennisregeln für Punkte und Tie-Break
Die Spielregeln beim Tennis gelten im Doppel nach denselben Grundprinzipien wie im Einzel. Im Vereins- und Turnierbetrieb gibt es jedoch angepasste Formate, besonders beim dritten Satz.

So zählen Anfänger Spiele und Sätze
Die vollständige Erklärung der Spielregeln beim Tennis – von Love über 15, 30 und 40 bis zu Einstand und Vorteil : steht in den Tennisregeln zur Punktezählung. Dort werden auch Anzeigetafeln und der Seitenwechsel behandelt. Der Punktestand des Aufschlägers wird stets zuerst genannt: Bei 30:15 hat der aufschlagende Spieler 30 Punkte, der rückschlagende 15. Ein Spiel gewinnt, wer nach 40:40 zwei aufeinanderfolgende Punkte gewinnt; ohne Einstand genügt ein Punkt bei 40:30.
- Einstand (Deuce): Bei 40:40 müssen zwei aufeinanderfolgende Punkte gewonnen werden. Gelingt das dem Aufschläger, folgt Vorteil Auf.
- No-Ad: Bei dieser Zählweise entscheidet der nächste Punkt nach 40:40 unmittelbar über das Spiel, also ohne Vorteilphase.
- Satzgewinn: Ein Satz geht an das Team mit mindestens sechs Spielen und zwei Spielen Vorsprung. Typische Ergebnisse sind 6:4 oder 7:5.
Ein Tennisplatz für das Tennis-Doppel benötigt eine gut ablesbare Anzeigetafel, damit Punkte, Spiele und Sätze übersichtlich erscheinen. Mechanische Modelle mit 12 Zentimeter hohen Ziffern sind bis 50 Meter lesbar und zeigen beim Seitenwechsel automatisch die aktuellen Zahlen an, ohne den Spielfluss zu unterbrechen. Die Spieler wechseln nach dem ersten Spiel die Seite, danach nach jeweils zwei Spielen.
Tie-Break im Tennis-Doppel
Ein Tie-Break wird bei 6:6 in einem Satz gespielt. Die Tennisregeln zum Netz gelten dabei unverändert: Das Netz misst in der Mitte exakt 0,914 Meter und an den Pfosten 1,07 Meter. Diese Maße unterscheiden sich zwischen Doppel und Einzel nicht. Im Tie-Break wird nicht mehr mit 15, 30 und 40 gezählt, sondern fortlaufend: 1, 2, 3 und so weiter.
- Aufschlag im Tie-Break: Ein Spieler serviert zuerst einmal. Danach wechselt der Aufschlag nach jeweils zwei Punkten zwischen den Teams.
- Seitenwechsel: Die Spieler wechseln nach jedem sechsten Punkt die Seite. Am Ende des Tie-Breaks findet ebenfalls ein Seitenwechsel statt.
- Siegbedingung: Das Team, das zuerst sieben Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung erreicht, gewinnt den Tie-Break. Bei 6:6 wird weitergespielt.
- Match-Tie-Break: Im Doppel ersetzt häufig ein Match-Tie-Break den dritten Satz. Gespielt wird bis mindestens zehn Punkte mit zwei Punkten Vorsprung.
Im Vereins- und Turnierbetrieb wird das Doppel meist im Best-of-Three-Format ausgetragen. Zwei gewonnene Sätze genügen zum Matchgewinn. Bei einem ausgeglichenen Match verlängert sich der Abend deutlich, weshalb der Match-Tie-Break als praktische Lösung für den dritten Satz etabliert ist. Das Ergebnis wird mit der Punktzahl des Verlierers in Klammern notiert, etwa 7:6 (5).
Aufstellung, Taktik und Regeln am Netz
Die Aufstellung im Doppel folgt einer klaren Grundlogik: Zwei Spieler agieren vorne, zwei hinten. Je nach Taktik und Spielstand verschiebt sich dieses Bild jedoch deutlich. Wer die typischen Positionen, die Regeln am Netz und einfache Taktiken kennt, strukturiert das Spiel seines Doppelpaares von Beginn an besser.
Positionen im Tennis-Doppel
Die Grundaufstellung des aufschlagenden Teams ist eindeutig: Der Aufschläger steht hinter der Grundlinie, sein Partner nimmt die Netzposition ein. Umgekehrt positioniert sich beim returnierenden Team der Rückschläger diagonal gegenüber an der Grundlinie, während sich dessen Partner nahe der T-Linie aufstellt.
Die Tennisregeln zur Netzberührung greifen unmittelbar, sobald ein Spieler oder sein Schläger während des laufenden Ballwechsels das Netz, einen Netzpfosten oder das gegnerische Feld berührt: Der Punkt ist damit verloren. Das gilt auch für den Netzpartner, der sich offensiv bewegt. Umgekehrt darf ein Spieler seitlich am Netzpfosten vorbeilaufen und den Ball schlagen, solange weder das Netz noch die gegnerische Hälfte berührt werden.
- Netzspieler: Der Spieler am Netz sucht den offensiven Volley und kann durch Poaching den Rückschlag des Gegners abfangen, bevor dieser den Aufschläger erreicht.
- Grundlinienspieler: Der hintere Spieler hält den Ballwechsel stabil, sichert offene Räume ab und gibt dem Netzpartner die Möglichkeit, aktiv einzugreifen.
- Doppelfehler beim Schlagen: Berühren beide Partner den Ball während des Schlages, verliert das Team den Punkt sofort: unabhängig davon, wo der Ball landet.
Ein versehentliches doppeltes Treffen des Balls mit dem Schläger in einer einzigen Schlagbewegung führt hingegen nicht zum Punktverlust. Bleibt ein Ball im Netz hängen, zählt das als Fehler für das schlagende Team. Überquert der Ball das Netz und landet im gegnerischen Feld, wird das Spiel fortgesetzt: auch wenn er dabei die Netzkante gestreift hat, außer beim Aufschlag.
Netzberührung und Ball im Spiel
Die Regel, dass das Berühren des Netzes beim Tennis zum Punktverlust führt, gilt im Doppel für alle vier Spieler gleichermaßen. Wer in Bedrängnis ans Netz gerät und dabei den Rahmen oder die Schnur berührt, verliert den Punkt: auch wenn der Ball zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel ist. Das Werfen des Schlägers ist ebenfalls untersagt: Der Schläger darf die Hand des Spielers nicht verlassen.
Ein im eigenen Feld liegender Ball stellt offiziell keine Behinderung dar. Ein Spieler kann seine Entfernung nur vor Beginn des nächsten Ballwechsels verlangen. Bei außergewöhnlichen Behinderungen, etwa durch einen Vogel, der den Ball trifft, wird der Punkt wiederholt.
Einfache Taktik für mehr Druck
Serve-and-Volley gehört zu den wirkungsvollen Grundtaktiken im Doppel: Der Aufschläger folgt seinem Aufschlag direkt ans Netz und setzt das returnierende Team früh unter Druck. In der Praxis gelingt das besonders gut, wenn der Aufschlag tief und platziert gespielt wird, sodass der Rückschläger keinen einfachen Passierball schlagen kann.
Ergänzend dazu bieten die australische Formation und die I-Formation Möglichkeiten, die Gegner taktisch zu verunsichern. Bei der australischen Formation stehen beide Spieler des aufschlagenden Teams auf derselben Seite. In der I-Formation hockt der Netzpartner zentral und gibt dem Aufschläger verdeckte Signale für die geplante Bewegungsrichtung. Beide Varianten erfordern klare Absprachen, am besten vor dem Aufschlag und mit bedecktem Mund, damit der Gegner die Lippen nicht lesen kann.
Kommunikation ist im Doppel kein Nebenpunkt. Klare Ansagen wie „Meine!“ oder „Lob!“ sowie Handzeichen hinter dem Rücken helfen, Zuständigkeiten zu regeln und Taktikwechsel abzustimmen.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Aufschlagreihenfolge im Tennis-Doppel genau?
Zu Beginn jedes Satzes legt jedes Team fest, welcher Spieler das erste Aufschlagspiel übernimmt. Anschließend bleibt die Reihenfolge für den gesamten Satz verbindlich: Der Partner des ersten Aufschlägers übernimmt das dritte Spiel des Teams, nicht das zweite. Bei einem Satz mit sechs Spielen schlägt daher jeder Spieler genau zweimal auf. Vor dem nächsten Satz darf das Team die Reihenfolge neu bestimmen.
Zählt die Doppelgasse beim Aufschlag?
Nein. Beim Aufschlag muss der Ball im diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeld landen; die seitlichen Doppelgassen sind dabei ungültig. Das Aufschlagfeld ist 6,40 Meter lang und 4,12 Meter breit: sowohl im Einzel als auch im Doppel. Im anschließenden Ballwechsel gilt ab dem zweiten Schlag das gesamte Doppelspielfeld einschließlich der Gassen. Landet der Ball nach dem Aufschlag in einer Gasse, ist dies ein Fehler.
Was passiert beim Einstand im Doppel mit No-Ad-Zählweise?
Bei der No-Ad-Zählweise entscheidet der nächste Punkt nach einem Einstand bei 40:40 unmittelbar über das Spiel; eine Vorteil-Phase entfällt. Das retournierende Team darf dann frei wählen, welcher Spieler den Rückschlag übernimmt, unabhängig von der festgelegten Returnseite. Für das aufschlagende Team gilt diese Wahlmöglichkeit nicht. No-Ad verkürzt lange Spiele und ist im Freizeitbereich sowie in bestimmten Turnierformaten verbreitet.

